„ADHS – Rummelplatz im Kopf“ – die NZZ Format-Reportage

Die NZZ Format-Reportage „ADHS – Rummelplatz im Kopf“ begleitet Erwachsene mit später ADHS-Diagnose und beleuchtet persönliche Erfahrungen ebenso wie gesellschaftliche Perspektiven – ruhig, differenziert und ohne einfache Antworten. Immer freitags im Vorabendprogramm von KIK-TV.

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ADHS ist ein Thema, das derzeit viel Aufmerksamkeit erhält. In sozialen Medien wird es häufig vereinfacht, emotional zugespitzt oder stark verallgemeinert dargestellt. Dabei geht oft verloren, wie vielschichtig das Thema tatsächlich ist – besonders, wenn es um Erwachsene geht, die erst spät eine Diagnose erhalten haben.

Die Reportage „ADHS – Rummelplatz im Kopf“ wählt bewusst einen anderen Zugang. Sie verzichtet auf schnelle Antworten und ordnet stattdessen ein. Zu sehen ist ein ruhiger, differenzierter Film, der persönliche Perspektiven mit fachlicher Einordnung verbindet.

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Alain Mieg versteht seine eigene Biografie vor dem Hintergrund ADHS heute viel besser. © NZZ Format

Erwachsene mit ADHS im Mittelpunkt

Im Zentrum der Reportage stehen der Maler Alain Mieg und die Illustratorin Tanja Stephani. Beide haben ihre ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter erhalten. Der Film begleitet sie dabei, wie sie rückblickend auf ihr Leben schauen – auf Schwierigkeiten, Brüche, aber auch auf Fähigkeiten und Eigenheiten, die lange keinen Namen hatten.

Die Diagnose wird dabei nicht als plötzliche Lösung oder Wendepunkt inszeniert. Vielmehr dient sie als eine Art biografischer Schlüssel, der hilft, Vergangenes besser zu verstehen und einzuordnen.

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Die Illustratorin Tanja Stephani weiß ihr kreatives Chaos im Kopf inzwischen gut zu nutzen. © NZZ Format

Einordnung statt Vereinfachung

Unterstützt von Psychologen beleuchtet die Reportage auch den gesellschaftlichen Umgang mit ADHS. Der Begriff der „Störung“ wird hinterfragt, ebenso wie starre Vorstellungen davon, was als normal gilt. Stattdessen rückt der Ansatz der Neurodivergenz in den Fokus – eine Sichtweise, die Unterschiede im Denken und Wahrnehmen nicht primär als Defizit versteht, sondern als Teil menschlicher Vielfalt.

Der Film zeigt, dass viele Betroffene gelernt haben, mit den herausfordernden Seiten von ADHS umzugehen, ohne ihre besonderen Eigenschaften aufgeben zu wollen.

Ein sehenswerter Programmtipp auf KIK-TV – immer freitags im Vorabendprogramm.

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ADHS – Gabe und Herausforderung zugleich © NZZ Format