Grenzen überwinden: Ruth Pfaus Leben im Dienste der Leprahilfe

Dr. Ruth Pfau (1929–2017) verbesserte mit ihrem Einsatz für die Leprahilfe maßgeblich das Leben unzähliger Lepra-Erkrankter in Pakistan. Ihr Engagement überwand Grenzen zwischen Kulturen, Religionen und Menschen. Kathrin Ernsting ist für das KUCK-Magazin den Spuren dieser bemerkenswerten Frau nachgegangen ...

Empathie ist der Begriff, unter dem man Dr. Ruth Pfaus Lebenswerk zusammenfassen könnte. Sie ließ zu, dass das Schicksal ihrer Mitmenschen sie berührte, statt sich davor zu verschließen. Die Brücken, die sie baute, brachten die Ordensschwester und Frauenärztin in die Fremde, ließen sie aber auch Heimat finden, wie sie einmal in einem Interview erklärte.
Angefangen hatte alles mit der Krankheit und dem frühen Tod ihres Bruders. Aus diesem traurigen Ereignis heraus entstand ihr Wunsch, Medizin zu studieren. Inmitten einer konsumorientierten Gesellschaft suchte sie für ihr Leben nach einer bestimmenden Kraft und fand diese im christlichen Glauben. 1951 ließ sie sich taufen und wurde Mitglied der evangelischen Kirche, konvertierte aber schon 1953 zur römisch-katholischen Kirche, fand schließlich in der Kongregation der Gesellschaft der Töchter vom Herzen Mariä ihre geistliche Heimat.

Eine lebensbestimmende Entscheidung

Als ihr Orden sie dann 1960 nach Indien schickte, kam es zu einem folgenschweren Problem mit ihrem Visum. Statt an ihren eigentlichen Zielort zu reisen, musste Ruth Pfau im pakistanischen Karachi einen Zwischenstopp machen. Dort begegnete sie zum ersten Mal Leprakranken, die unter schrecklichen Bedingungen als Aussätzige leben mussten. Nachdem Ruth Pfau dieses Elend gesehen hatte, entschied sie sich, zu bleiben. Diese Begegnung in einem Elendsviertel Karachis sollte bestimmend für ihr ganzes Leben werden.

Staatsbegräbnis Dr. Ruth Pfau © DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V.
Staatsbegräbnis Dr. Ruth Pfau © DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V.

Isolation überwinden

Dank Ruth Pfaus Engagement konnten nicht nur viele Tausende Patienten in Karachi behandelt werden. Familien in ländlichen Regionen versteckten ihre erkrankten Angehörigen früher, da sie sonst aus dem Dorf verstoßen worden wären. Zu groß war die Angst vor einer Ansteckung. Gemeinsam mit ausgebildeten Lepra-Assistenten etablierte Ruth Pfau in den Provinzen Außenstationen und sorgte für Aufklärungsarbeit – bis in abgelegene Bergdörfer und Wüstensiedlungen veränderte ihre Arbeit das Leben von Menschen zum Guten.
So baute Ruth Pfau nicht nur Brücken zwischen der deutschen und pakistanischen Kultur, ihrem christlichen und dem islamischen Glauben vor Ort, sondern half auch entscheidend dabei, die Isolation der Erkrankten zu überwinden. Darüber hinaus hat sie durch ihr Wirken in einem ganz und gar von Männern dominierten Umfeld die Rechte der Frauen gestärkt.

Neugierig geworden? Der vollständige Beitrag von Kathrin Ernsting ist nachzulesen im KUCK-Magazin Ausgabe 50 oder kann hier direkt heruntergeladen werden.

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