Reportage auf KIK-TV: Tieren mit Respekt begegnen

Eine neue Reportage auf KIK-TV beleuchtet das Miteinander von Mensch und Tier mal aus einem anderen Blickwinkel: Porträtiert wird der Gnadenhof "Gut Aiderbichl", der es sich als Non-Profit-Unternehmen zur Aufgabe gemacht hat, ausgemusterten Nutztieren eine Heimat zu bieten.

© Medienkontor / Therese Engels
Aussortierte Nutztiere finden hier eine letzte Bleibe © Medienkontor / Therese Engels

Auf maximale Leistung getrimmt

Sie müssen 50 Liter Milch am Tag produzieren, Preise im Turnierreiten gewinnen oder möglichst schnell Fleisch ansetzen. Erfüllen sie ihr Soll nicht, werden Nutztiere „aussortiert“. Auf den Gnadenhöfen der Organisation „Gut Aiderbichl“ wurden schon über 5.000 Tiere vor diesem Schicksal bewahrt. Sie haben auf den Höfen in Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz eine tierfreundliche Heimat gefunden. Der krasse Umgang mit streunenden Vierbeinern im spanischen Málaga gab den Ausschlag: Der ehemalige Schauspieler Michael Aufhauser wollte dem Leid und dem Elend ungewollter Haus- und Nutztiere nicht mehr länger zusehen und gründete 2001 den ersten Gnadenhof „Gut Aiderbichl“.

Heute ist daraus ein großes Non-Profit-Unternehmen mit 25 Höfen geworden. Weitere sollen hinzukommen, denn es gibt zu viele dringende Anfragen, neue Tiere aufzunehmen – vom einzelnen Huhn, das auf schnelles Schlachtgewicht gezüchtet wurde und nicht mehr laufen kann, bis zu ganzen Rinderherden. Eine logistische Herausforderung, der sich Aufhauser und sein Team täglich stellen.

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Michael Aufhauser: Gründer des Unternehmens "Gut Aiderbichl" © Medienkontor / Oliver Gurr

Konkurrenzdruck durch die industrielle Landwirtschaft

Doch nicht nur die Tiere profitieren von dem Engagement. Häufig kommen die Anfragen von familiengeführten Kleinbauernhöfen, die dem Konkurrenzdruck durch die industrielle Landwirtschaft nicht mehr gewachsen sind und die ihren Hof mit dem Tierbestand aufgeben müssen. Über ein Drittel der deutschen Bauernhöfe mussten in den letzten 15 Jahren Konkurs anmelden. So ist das Schicksal von Mensch und Tier eng miteinander verknüpft.

Michael Aufhauser hat das erkannt und sucht mit „Gut Aiderbichl“ nach Lösungen, die Menschen und Tieren gleichermaßen zugutekommen. Neben der Aufnahme verwahrloster, alter und kranker Tiere übernimmt seine Organisation ganze Höfe, richtet sie her und ermöglicht Besitzern und Bewohnern ein respektables Leben auf dem neu geschaffenen Gnadenhof. Voraussetzung ist, dass die Tiere von jedem Leistungsdruck befreit werden und ihr Leben bis zum natürlichen Ende führen können.

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Gnadenhof "Gut Aiderbichl" © Medienkontor / Therese Engels

Das sagt die KIK-Redaktion

„GNADENHOF GUT AIDERBICHL“ aus der Reihe GEO 360° ist eine spannende Reportage mit bewegenden Bildern der ehemaligen Nutztiere, die artgerecht und friedvoll alt werden können. Ihnen wurde eine Heimat gegeben, in der sie sich deutlich sichtbar wohlfühlen. Aber es geht um mehr: Der Idealismus und die engagierte Pragmatik Michael Aufhausers kommt auch Menschen zugute, denen der Verlust ihrer Heimat droht. Kleine Bauernhöfe, seit Generationen familiengeführt, können so als Gnadenhöfe bewahrt werden und bleiben den tierischen und menschlichen Bewohnern als Zuhause erhalten.

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